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Der Pokerspieler Hal Lubarsky

Es gibt im Poker immer wieder erstaunliche Phänomene. Und eines davon trägt den Namen Hal Lubarsky, denn ob ein Blinder Poker spielen kann, beantwortet dieser Spieler mit einem klaren Ja. Und gibt nicht nur Antwort, sondern verkörpert dieses Phänomen jetzt schon seit Jahren und überzeugt mit tollem Poker auch bei Turnieren. Er kam 2007 bei der WSOP trotz seines fehlenden Augenlichts als 197er ins Geld und gewann knapp über 50.000 Dollar. Erst letzten Monat wurde der Poker-Pro bei Full Tilt unter Vertrag genommen. Er bedient sich am Tisch der Hilfe eines so genannten Readers, der ihm die Karten sagt und was am Tisch passiert. Hal spielt seit 20 Jahren Poker, sowohl live als auch online. Im Jahr 2004 verlor er wegen eines genetischen Defekts endgültig sein Augenlicht. Die tückische Krankheit heißt Retinis Pigmentosa und bewirkt, dass man im Laufe seines Lebens langsam erblindet. Man wird mit dem Defekt geboren und man weiß tragischerweise, dass man irgendwann blind sein wird. 2004 ging schließlich das letzte kleine Fenster seines ohnehin schon sehr verschwommenen Sichtfeldes zu.

Hal war am Boden zerstört. Er war vorher ein High-Roller, der in Vegas mit Vorliebe $ 150/$ 300 H.O.R.S.E spielte. Nun schien seine Zeit als professioneller Spieler endgültig beendet und er verfiel in tiefe Depression. Dann kam er auf die Idee, es wieder mit Internetpoker zu versuchen. Und es klappte. Ein Freund saß neben ihm und sagte ihm die Karten und Lubarsky gewann wieder Geld mit seinem Lieblingsspiel. Dann entdeckte er, dass er mit einem Reader an seiner Seite auch in Casinos spielen konnte. Auch hier konnte er wieder Erfolge verbuchen. Die Idee kam von Donna Harris, der Poker-Managerin im Mirage. In einem Interview beteuerte Hal, dass er durch die Arbeit mit dem Reader keinerlei Vorteile habe und sich ständig voll konzentrieren müsse. Er benutzt so gut wie keine
Poker Tells und geht strikt nach dem Wettverhalten seiner Gegner.

Möglicherweise ist das sein Vorteil. Der Reader gibt keinerlei Ratschläge und er interpretiert auch nicht das Verhalten der Gegner. Darf er auch nicht. Insofern ist die Bezeichnung „Reader“ etwas verwirrend. Er berichtet nur neutral vom Geschehen am Tisch. Die Entscheidungen trifft ausschließlich Hal. Seit seiner Erblindung spielt Lubarsky lieber No-Limit Poker als Limit Poker, da sich hier die Anzahl der Spieler vor allem nach dem Flop in Grenzen hält und er sich so besser auf das Wesentliche konzentrieren kann. Beim Online-Spiel an mehreren Tischen gleichzeitig, fällt der Reader auch manchmal eigenständig Entscheidungen, wenn die Lage eindeutig ist. Die Verantwortlichen bei Full Tilt waren vom Kampfgeist des blinden Spielers sehr beeindruckt und sahen den Sponsorenvertrag als gute Gelegenheit, Hal auf seinem harten Weg zurück nach oben zu unterstützen. Dazu kannte Hal die meisten der Full Tilt-Pros schon aus seiner Zeit als High-Roller. Sein erklärtes Ziel ist es in der Zukunft ein WSOP Bracelet oder ein anderes großes Turnier zu gewinnen. Lubarsky steht dafür für seinen Erfolg und seine Träume zu kämpfen und diese trotz Behinderung und Schwierigkeiten erfolgreich in die Tat umsetzen zu können.

Datum der Veröffentlichung: Freitag, 13.11.2009

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